Verkleinern beginnt mit einem Maßband, nicht mit einer Liste
Der häufigste Fehler beim Verkleinern ist die Reihenfolge. Erst wird aussortiert, dann stellt sich heraus, dass die neue Wohnung anders geschnitten ist als gedacht, und das Sortieren beginnt von vorn. Wir messen deshalb zuerst die neue Wohnung aus, mit Wandlängen, Türbreiten und Fensterhöhen, und legen darüber die Möbel, die mitkommen sollen. Was nicht an die Wand passt, muss gar nicht erst eingepackt werden. Das spart die Arbeit gleich zweimal, beim Packen und beim Wiederloswerden.
Dabei kommt oft Erstaunliches heraus. Der Wohnzimmerschrank, der dreißig Jahre gestanden hat, ist meist eine Wand lang und passt nirgends mehr hin. Ein Sessel dagegen findet fast immer Platz. Wir sagen offen, was funktioniert und was nicht, damit die Entscheidung vor dem Umzugstag fällt und nicht im Treppenhaus zwischen zwei Trägern. Auf Wunsch zeichnen wir den Möbelplan auf, damit alle Beteiligten dasselbe Bild vor Augen haben.
Was mitkommt, was geht und wer das entscheidet
Entschieden wird von der Person, die umzieht. Das klingt selbstverständlich und ist es im Alltag nicht, weil Angehörige es gut meinen und schneller sortieren, als jemand nachkommt. Wir arbeiten deshalb in drei Kategorien: kommt mit, kommt ins Lager, bleibt zurück. Die mittlere Kategorie nimmt den Druck aus dem Gespräch, denn eine Kiste in einer Lagerbox ist keine endgültige Entscheidung. Manches Stück wandert nach einigen Monaten aus dem Lager doch noch weiter.
Was zurückbleibt, muss trotzdem aus der Wohnung. Dafür gibt es zwei Wege: die Entrümpelung, wenn der Haushalt bestehen bleibt und nur Ballast weg soll, oder die Haushaltsauflösung, wenn die Wohnung ganz geräumt und übergeben wird. Beides rechnen wir getrennt vom Umzug ab, damit sichtbar bleibt, was welcher Teil kostet. Wer zuerst umzieht und die Räumung danach machen lässt, hat in der leeren Wohnung außerdem mehr Ruhe für die letzten Entscheidungen.
- Kommt mit: Bett, Sitzplatz, Tisch, Kommode, persönliche Dinge
- Ins Lager: Saisonwäsche, Bilder, Erinnerungsstücke ohne Platz
- Bleibt zurück: Sperriges, Doppeltes, Geräte ohne Anschluss am Zielort
- Getrennt geführt: Papiere, Schmuck, Medikamente, Schlüssel
Der erste Abend soll funktionieren
Ein Umzug ist anstrengend, und mit achtzig ist er anstrengender als mit dreißig. Deshalb hat der Ankunftstag bei uns eine feste Rangfolge: Zuerst steht das Bett, bezogen und benutzbar. Dann der Sessel oder das Sofa mit dem Beistelltisch und der Lampe. Dann die Küche so weit, dass Wasserkocher, Kaffee und Geschirr für zwei Personen greifbar sind. Erst danach kommen Schränke, Bilder und Kartons. Diese Rangfolge steht im Auftrag, damit sie am Umzugstag nicht verhandelt wird.
Alles Weitere darf warten. Wir stellen Kartons so ab, dass Wege frei bleiben und niemand über eine Kante steigen muss, und markieren die Kisten, die in den nächsten Tagen zuerst gebraucht werden. Wenn gewünscht, kommen wir für das Auspacken und Einräumen an einem zweiten Termin wieder; das wird nach Zeit gerechnet. Meist genügt dafür ein halber Tag, weil die großen Stücke dann längst an ihrem Platz stehen.
- Aufmaß in beiden Wohnungen, Möbelplan für den neuen Grundriss
- Sortieren in mitkommen, einlagern, zurücklassen
- Umzugstag: Bett, Sitzplatz und Küche zuerst wieder aufbauen
- Kartons stolperfrei abstellen, Erstbedarf markieren
- Auf Wunsch zweiter Termin für Auspacken und Einräumen
Wenn die Angehörigen weiter weg wohnen
Bei vielen Umzügen dieser Art lebt die Tochter in Hamburg und der Sohn in Bayern. Beide wollen wissen, was passiert, können aber nicht jede Woche vorbeikommen. Wir schreiben deshalb den Ablauf auf und schicken ihn an alle, die ihn bekommen sollen: Termin, Umfang, Fahrzeug, Zeitrahmen, Betrag. Rückfragen laufen über eine Ansprechperson, damit nicht drei Menschen unterschiedliche Auskünfte bekommen. Ändert sich etwas am Termin oder am Umfang, geht das auf demselben Weg an alle.
Am Umzugstag selbst reicht es meistens, wenn eine Person aus der Familie da ist oder telefonisch erreichbar. Ist niemand verfügbar, geht es auch ohne, sofern vorher festgelegt wurde, was wohin kommt. Was wir nicht übernehmen, sind Vollmachten, Behördengänge und Verträge; dafür gibt es Betreuung und Beratungsstellen. Ebenso wenig kündigen wir Verträge oder holen Bescheinigungen; wir sagen aber, wenn uns auffällt, dass davon noch etwas offen ist.
Was ein solcher Umzug kostet
Gerechnet wird wie bei jedem Wohnungsumzug: nach Menge, Etage und Trageweite, entweder als Festpreis nach Wohnungsgröße oder nach Zeit. Weil beim Verkleinern weniger mitkommt, liegt der Betrag oft unter dem, was die alte Wohnungsgröße vermuten lässt. Die Zahlen dazu stehen auf der Seite /preise, ebenso die Sätze für Lagerboxen und für das Einpacken durch uns. Ein Wechsel innerhalb des Stadtgebiets bleibt dadurch häufig im unteren Bereich der Liste.
Kommt eine Entrümpelung oder eine Haushaltsauflösung dazu, steht sie als eigener Block im Angebot, mit eigener Menge und eigenem Betrag. Kommt ein Zuschlag hinzu, ist er im Angebot beziffert, bevor Sie zusagen. Fällt am Umzugstag etwas Ungeplantes an, halten wir vorher Rücksprache. Für Ziele im Landkreis Oberhavel und in den angrenzenden Gemeinden des Barnim stellen wir keine getrennte Anfahrt in Rechnung. Liegt ein Ziel weiter draußen, steht der Anfahrtsbetrag vorab im Angebot.
Häufige Wege beim Verkleinern und was dabei anfällt
| Ausgangslage | Was zusätzlich ansteht | Worauf wir zuerst achten |
|---|---|---|
| Haus in Wohnung im Ort | Keller, Garage und Garten leeren | Möbelplan für den neuen Grundriss |
| Wohnung in kleinere Wohnung | Ein Teil geht in die Lagerbox | Bett und Sitzplatz am Ankunftstag |
| Umzug in betreute Wohnform | Zimmer ist möbliert, wenig kommt mit | Persönliches statt Möbel einpacken |
| Zusammenziehen mit der Familie | Doppelte Ausstattung bleibt übrig | Frühes Sortieren in drei Kategorien |
| Wohnung wird ganz geräumt | Haushaltsauflösung und Übergabe | Papiere und Wertsachen getrennt führen |
| Welche Zeile passt, zeigt sich beim Aufmaß in beiden Wohnungen. Umzug und Räumung stehen im Angebot immer getrennt. | ||